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Finanzen für Studenten

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Als Student ist es nicht zwingend notwendig, in jedem Jahr eine neue Steuererklärung abzugeben, vor allem dann nicht, wenn man gar kein oder nur ein sehr geringes Einkommen hat. Wer dennoch eine solche Steuererklärung abgibt, der kann damit viele Ausgaben, die für das Studium getätigt worden sind, steuerlich geltend machen – und somit bares Geld sparen. In der Vergangenheit gab es dazu verschiedene Regelungen. Zunächst konnten die Ausgaben als Werbungskosten in voller Höhe geltend gemacht werden, sobald man seinen Studienabschluss in der Tasche hatte und im ersten Jahr berufstätig war. Diese Regelung wurde abgeschafft, die Reaktion darauf: Allerhand Klagen von Menschen, die von den ehemaligen Ansprüchen profitieren wollten. Mittlerweile ist es wieder möglich, die Ausgaben für ein Studium steuerlich geltend zu machen, allerdings nicht mehr als Werbungskosten, sondern als Sonderausgaben.

Vorgehensweise – auch bei bestimmten Problematiken

Ganz generell können Ausbildungskosten in der Steuererklärung als Sonderausgaben angesetzt werden, seit dem 1. Januar 2012 gilt dabei eine Obergrenze von 6.000 Euro. Diese Ausgaben können jedoch nicht für spätere Jahre vorgetragen werden, sondern nur nachträglich geltend gemacht werden. Da die endgültige Regelung durch eine Aushebelung des Urteils des Bundesfinanzhofs durch die Bundesregierung noch in der Schwebe ist, läuft aktuell ein Musterverfahren. Wer eine Steuererklärung anfertigt und darin seine Studienkosten für das Jahr 2011 anführen möchte, der sollte im entsprechenden Mantelbogen der Erklärung auf Seite 1 ein Häkchen vor der Definition „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“ machen und nachfolgend die ihm durch das Studium entstandenen Kosten auflisten, dabei handelt es sich dann um vorab entstandene Werbungskosten. Diese Steuererklärung wird dann vermutlich vom Finanzamt abgelehnt werden, in einem weiteren Schritt sollte umgehend Einspruch eingelegt werden, innerhalb dessen auf dieses Musterverfahren hingewiesen wird. Bis eine endgültige Entscheidung gefällt wird, wird die Steuererklärung dann ruhen.

Angabe als Sonderausgaben

Eine Möglichkeit, die Ausgaben für ein Studium in der Steuererklärung geltend zu machen, ist derzeit die Anführung der entstandenen Kosten als Sonderausgaben. Allerdings gelten dabei strenge Vorgaben: So ist eine solche Anführung nur dann möglich, wenn der Student in dem Jahr, für dass die Ausgaben angesetzt werden sollen, über der Einkommensgrenze von 8.004 Euro liegt. Zudem können die Aufwendungen nur in dem Jahr geltend gemacht werden, in dem sie auch tatsächlich getätigt worden sind – und nur bis zu einer maximalen Höhe von 6.000 Euro pro Jahr. Wer über der genannten Einkommensgrenze liegt, für den kann es dabei durchaus lohnenswert sein, sein Studium selbst zu finanzieren. Erfüllt er nämlich die steuerlichen Vorgaben, wird das Studium jedoch von den Eltern bezahlt, so entfällt damit auch ein Anspruch auf steuerliche Absetzbarkeit. Und auch die Eltern können die Sonderausgaben nicht geltend machen, da sie nicht für ihre eigene Ausbildung getätigt worden sind.

Angabe als Werbungskosten

Unter Werbungskosten versteht man alle Ausgaben, die getätigt werden, um Einnahmen zu erlangen, zu sicher und zu erhalten. Grundsätzlich gibt es dabei keine Betragsobergrenze, interessant ist diese Möglichkeit des Absetzens dabei vor allem für diejenigen, die Ausgaben für Promotion, Dissertation oder ein Aufbau-/Zweitstudium tätigen mussten/müssen. Für alle, die sich noch innerhalb des Erststudiums befinden, besteht jedoch noch Hoffnung, denn der Bundesfinanzhof prüft aktuell (Stand: Frühling 2012) gleich mehrere Verfahren. Die Bundesregierung hatte eigentlich veranlasst, dass die entsprechenden Ausgaben nicht mehr als Werbungskosten und somit nicht mehr unbegrenzt geltend gemacht werden können.

Durch die Einleitung der Verfahren besteht derzeit jedoch die Möglichkeit, Steuererklärungen für die Jahre 2005 bis 2011 für die Kosten, die während eines Erststudiums entstanden sind, einzureichen – und zwar unabhängig davon, ob und wie viel man in dieser Zeit selbst verdient hat. Die Steuererklärungen können für den angegebenen Zeitraum auch dann eingereicht werden, wenn während dieses Zeitraums kein eigenes Einkommen verdient worden ist. Die eingereichten Erklärungen werden dann wahrscheinlich mit der Begründung, dass die Werbungskosten nicht anerkannt werden können, abgelehnt. Anschließend muss Einspruch eingelegt werden, innerhalb dessen auf die anhängigen Verfahren beim Bundesfinanzhof verwiesen wird. Sollten diese Verfahren, bzw. die entsprechenden Rechtsprechungen zugunsten der Studenten erfolgen, so werden die vorliegenden Steuererklärungen bearbeitet, bis zum Entschluss ruhen diese jedoch. Diese Vorgehensweise ist allerdings nur dann möglich, wenn die Studienkosten nicht bereits als Sonderausgaben angeführt worden sind, eine nachträgliche Änderung ist nicht mehr möglich.

Kindergeld Neuregelung 2012

Mit Beginn des Jahres 2012 wurde eine neue Regelung hinsichtlich des Kindergeldes erlassen: Für erwachsene Kinder, die das 18. Lebensjahr überschritten haben, wird keine Einkommensprüfung mehr vorgenommen. Das bedeutet, dass alle jungen Erwachsenen unter 25 Jahren, sofern sie sich in der Ausbildung oder im Erststudium befinden, Kindergeld erhalten, bzw. dieses an die Eltern gezahlt wird. Aus steuerlicher Sicht darf auch hierbei eine Werbungskostenpauschale – mit Blick auf die „besonderen Ausbildungskosten“ geltend gemacht werden. Unter diese „besonderen Ausbildungskosten“ fallen zum Beispiel die Studiengebühren oder auch die Ausgaben, die bei der Anschaffung von Studienbüchern angefallen sind. Allerdings gibt es auch Ausnahmen von diesen „besonderen Ausbildungskosten“, die beachtet werden sollten – werden diese nämlich in der Steuererklärung angeführt, so kann das Kindergeld schlimmstenfalls gestrichen werden.
Hinweis: Keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität



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